Die mögliche Neuordnung der Bonner Oper- und Theaterlandschaft- ein Abendgespräch zu einem wichtigen Thema der Kultur in Bonn

Norbert: Sag mal Britta, hast Du das mit der Bonner Oper gelesen?

Britta: Du meinst den Vorschlag der Verwaltung zur kompletten Neuordnung der Bonner Oper- und Theaterlandschaft?

Norbert: Ja genau! Ich finde, das ist eine wirklich neue und in die Zeit passende Perspektive zum Erhalt des Bonner Kulturlebens, einerseits. Und andererseits beinhaltet dieser Vorschlag die Akzeptanz, dass wir Geld für Kultur sehr viel überlegter ausgeben müssen, als bei der Beethovenhalle geschehen.

Britta: Ich sehe das ähnlich, bin nur gespannt, wie sich jetzt die Bonner Stadtgesellschaft dazu formiert. Wahrscheinlich sind schon in diesem ganz frühen Stadium der Diskussion die ersten Initiativen gegen den Vorschlag in Gründung oder ein Denkmalschutz-Antrag für die Bonner Oper ist fast fertig.

Norbert: Die Oper ist ja auch ein wirklich tolles Gebäude und den Eingang in die Stadt an der Kennedybrücke prägend. Ich bin ganz ehrlich, mir tut es richtig weh, wenn ich mir vorstelle, die Oper wird eines Tages abgerissen. Ich darf gar nicht daran denken. Aber, wir werden uns wohl als Gesellschaft daran gewöhnen müssen, den Gürtel enger zu schnallen und auch deutliche Veränderungen zu akzeptieren.

Britta: Ja, das sehe ich auch so. Es zeigt sich ja schon in vielen Bereichen von Architektur und Stadtplanung, dass wir vielleicht lange des Guten zu viel getan haben.  Sei es bei Bauvorschriften, Denkmalschutz oder Kulturbauten. Obwohl: Die neue Oper in Köln soll jetzt über eine Milliarde kosten, die in Düsseldorf und Frankfurt geplanten Gebäude für Oper/Schauspiel liegen in ähnlicher Größenordnung. Das versteht nicht jeder.

Norbert: Vielleicht sind da auch ganz neue gesellschaftliche Basisgrundlagen zu vereinbaren. Welchen Bereichen gibt man Priorität: Infrastruktur, Kultur, Bildung, … Oder besser: Wie tariert man dabei gesellschaftlich ein neues Gleichgewicht aus? Das ist nicht leicht und wird zu einigem Streit in der Politik führen. Ich halte solche Auseinandersetzungen aber für produktiv und sehe sie als Teil unserer Demokratie. Vielleicht setzt die Bonner Politik bei diesem Vorhaben ja jetzt mal ein positives Zeichen, nachdem sie sich beim WCCB und bei der Beethovenhalle nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat.

Aber nochmal zurück zu unserem Ausgangsthema: Was sagst Du denn inhaltlich zu dem jetzt grob umrissenen Plänen, das Operngebäude aufzugeben, Schauspiel und Oper in Beuel in einem „Kultur Cluster“ zu konzentrieren und für das Theater in Godesberg eine neue, angemessene Verwendung zu finden.

Britta: Prinzipiell finde ich diese Gedanken ausgesprochen gut. Sie beinhalten eine klare kulturpolitische Strategie unter Einbeziehung von Kostenüberlegungen von Anfang an. Es macht aus meiner Sicht großen Sinn, diese Perspektive weiterzudenken.

Allerdings gibt es für mich noch zwei wichtige Leerstellen in den Überlegungen: Wie kann man das Theater in Godesberg, auch ein tolles Gebäude – und übrigens von dem gleichen Architekten, der auch das Theater in Remscheid, unserer Heimatstadt, gebaut hat – für die gesamte Stadtgesellschaft und den Stadtteil lebendig nutzen?
Und, wie kann man städtebaulich den Platz der jetzigen Oper so gestalten, dass dieses wirklich tolle Eingangsgefühl in den Stadtraum erhalten bleibt?

Norbert: Das sehe ich genauso. Ihr bleibt mit „Wir-sind-Stadt“ am Ball, oder?

Britta: Aber klar doch.

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