Abendgespräch#4-Klimadesaster

Ein Gastbeitrag von Norbert Körschgen

Norbert:
„Oh man Britta, da habt ihr aber für den neuen Newsletter wieder viele tolle Sachen aufgetan – und auch genau richtig, nach den Ereignissen vor vier Wochen das Thema Klima und die Folgen in den Mittelpunkt zu stellen.  Und trotzdem … ich bin skeptisch, ob wir es noch hinkriegen, ein Klima-Desaster zu vermeiden.“

Britta:
„Wir bringen hier extra im Newsletter soo viele Beispiele für das was man tun kann – jede und jeder Einzelne, auch wenn jemand skeptisch ist, wie Du. Befasse Dich doch mal mit dem ‚ActiveHope‘ -Training genauer. Du findest im Newsletter #5 einen Link dazu.“

Norbert:
„Das habe ich mir schon angeschaut und finde es auch prima, genau wie die anderen Beispiele, Anregungen, methodischen Vorgehensweisen etc im Newsletter. Meine Skepsis ob das alles gut ausgeht, rührt von was ganz Anderem her. Willst Du wissen?“

Britta:
„Ja klar!“

Norbert:
„Meine Sorge ist unser politisches Steuerungssystem. Ich weiß nicht, wie wir die Entscheidungsgeschwindigkeit hinkriegen können, die für schnelle, aber durchdachte Handlungen zur Abwendung eines Klima-Desasters notwendig sind. Und wir haben erdgeschichtlich wohl 10 Sekunden vor 12:00 Uhr – und nicht fünf Minuten vor 12.

Britta:
„Das ist doch nun keine neue Erkenntnis. Das weiß inzwischen doch fast jeder und jede – obwohl es natürlich auch immer noch Klima-Leugner gibt.

Norbert:
„Das ist doch eigentlich nur noch eine kleine Anzahl von Menschen. Meine Sorge hat eine ganz andere Ursache: Wenn ich mitkriege, wie komplex, interessenbehaftet und langwierig schon kleinere Entscheidungen auf lokaler Ebene in Bezirksvertretungen und Stadtrat sind – dann wird mir fast schwindelig, wenn ich die noch weitaus komplexeren politischen Entscheidungsprozesse auf Landes-, Bundes-, Europa-Ebene – und global sehe.

Ich sehe aktuell (noch) nicht, wie wir uns da für das doch globale Klimaproblem nationen- und sogar kontinentübergreifend aufstellen wollen/können. Wir bemerken und bearbeiten die fürchterlichen Folgen der Klimaveränderungen eher lokal – nicht aber das riesige weltweite gemeinsame Problem dahinter.“

Britta:
„Hm, hast Du denn eine Idee? Nur eine Situationsbeschreibung zu liefern, bringt es ja nicht!“

Norbert:
„Tja, eine durchschlagende Idee habe ich auch nicht. Wir leben ja zumindest hier zum Glück in einem tollen demokratisch verfassten System. Vielleicht könnte man in diesem Rahmen Experten/Wissenschaftlern eine größere und institutionaliserte Bedeutung im politischen Entscheidungsraum geben? Aber selbst das klappt ja in der aktuellen Corona-Situation mehr schlecht als recht – und Corona erscheint mir als ein Peanut verglichen mit der KlimaSituation. Ich weiß auch nicht …“

Britta:
„Danke Norbert für dieses Abendgespräch über ein sehr komplexes Thema, zu dem wir alle dringend eine Lösung brauchen.“

Wer weiß, wie wir unsere politisches Entscheidungssysteme an die Herausforderungen der Klima-Entwicklung anpassen könnten, melde sich bei uns, #WirsindStadt.“

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